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Monday,Jun 15 2009, 12:58:45 PMKorsika - Mai 2009 / Teil 4
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Korsika 05/2009
(579 photos)
Korsika / 29.04.-10.05.2009 - Teil 4
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Freitag, der 08.05.
Unser Abreisetag von dieser wunderschönen Insel war leider gekommen. Am frühen Morgen, noch im Halbschlaf, vernahmen wir Motorgeräusche. Nach dem Blick auf die Uhr war schnell klar, dass wohl jemand mit der Nachtfähre morgens um 7 Uhr in Bastia angekommen sein muss. Die Einschätzung stellte sich als richtig heraus, Patrick (aus GE) war frisch mit seiner V-Strom auf der Insel gelandet. Wirklich zu beneiden, er hatte all das noch vor sich, was wir leider schon hinter uns hatten. Nachdem er sein Zelt aufgebaut und wir ausgeschlafen hatten, hielten wir noch ein kurzes Pläuschchen. Dann fuhr er, wie es sich "gehört", die Einstiegsrunde um Cap Corse und wir packten langsam zusammen. Dann noch das obligatorische Frühstück und bezahlen, danach konnten wir uns auf den Weg nach Bastia machen. Beim Verlassen des Platzes winkten uns die beiden älteren Damen hinterher, die morgens bei unserem Frühstück immer schon fleissig waren. Hier auf diesem Platz war es wirklich schön!
Wieder ging es den kleinen Pass hinauf und wieder verschätzte ich mich oben am Pass... das gibt's doch gar nicht, da hat wohl jemand noch ein wenig gepennt! Bei dieser Schrecksekunde sollte es aber bleiben, zeitig genug waren wir im Fährhafen und warteten dort auf unser Schiff. Dieses Modell war gänzlich anders aufgebaut als das der Hinfahrt, viel mehr Parkdecks und dafür natürlich keine Kabinen, die Rückfahrt nach Livorno sollte auch nur 4h dauern. Schnell war alles verladen und die Überfahrt konnte auch schon beginnen.
Vor der Verladung und die Abfahrt oben auf dem Achterdeck:
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Die Überfahrt nutzen wir um etwas zu entspannen, die Sonne war bei dem Seewind natürlich sehr angenehm zu ertragen.... dieses Eindösen im Liegestuhl endete natürlich in einem kleinen Sonnenbrand, war ja kaum anders zu erwarten.
Nach 4h kamen wir dann im Hafen von Livorno an, hier überraschte zunächst ein riesiges Kreuzfahrschiff, die Norwegian Gem lag im Hafen. Wie sich hinterher herausstellte, ist das einer dieser riesigen, fast 300m langen Pötte, die unter der Flagge der Bahamas fahren und von Miami aus durch die Karibik gondeln.
Rasch ging es zur Entladung und endlich konnte mein Navi mal wieder seiner normalen Tätigkeit nachkommen, uns zu unserem kleinen Hotel nahe La Spezia bringen. Auf Korsika diente das gute TomTom überwiegend als Tracker und ab und zu als Lotse zur einer Tankstelle.
Wir fuhren aus Livorno raus und an Pisa vorbei... schön ist wirklich etwas anderes. Auch "stank" es irgendwie am Festland, das lag aber wohl eher an dem permanenten Duft von Korsika. Wir schlängelten uns recht schnell wie die Einheimischen durch das Verkehrschaos... für die italienischen Momente im Leben! Auch die Anwesenheit von Carabinieri änderte unser Tun nicht, man will ja nicht auffallen.
Da wir nicht zu spät ankommen wollten nahmen wir mehr oder minder den direkten Weg, der nicht wirklich schön war... aber nützt ja nichts. Zumal wir ein Teilstück gleich zweimal fuhren: Eine Abbiegung um eine Schnellstraße herum sah im Original anders aus als im Navi, so fuhren wir ganz unverhofft auf eben diese Schnellstraße zurück Richtung Pisa, anstatt unter ihr durch in die andere Richtung zu gelangen! Manchmal sollte man doch die Augen vom Display nehmen und den Schildern Glauben schenken, das kann einen hin und wieder locker 15km Umweg ersparen!
Erst als wir nördlich von La Spezia in die Berge abbogen wurde die Strecke schöner und auch die Straßen leerer. So kamen wir, wie geplant, noch vor Einbruch der Dunkelheit in Borghetto di Vara an. Schnell war unser Quartier gefunden, zumindest die Adresse. Es handelte sich um eine kleine Pizzaria, in der wir direkt beim Eintreten freundlich empfangen wurden. Wie sich herausstellte, waren die Zimmer nicht im Haus, sondern in der Altstadt, etwa 200m entfernt. Geführt werden Restaurant/Pizzaria von einem jungen Paar um die 30, welche nicht nur hervorragend englisch sprechen, sondern anscheinend auch französisch (zumindest wirkte das Geplauder mit einem ebenfalls frisch angereisten, älteren belgischen Paar sehr flüssig). Wir wurden also ins Gästehaus eskortiert und bezogen unser Zimmer, später ging es natürlich zum Abendessen wieder rüber in's Restaurant. Auch hier bekamen wir nach dem leckeren Essen noch ein Bier für's Zimmer, so das alles seinen gewohnten Gang nehmen konnte.
Warten in der Fähre vor der Ausfahrt und abendlicher Blick von unserem Balkon auf Fluss und andere Stadthälfte:
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Die Tagestour: 157,69 km, Fahrzeit 2h54:35, Ø56,10 km/h (alles ohne Fähre), die Route für GoogleEarth (KMZ).

Das Streckenprofil:

Samstag, der 09.05.
Nach einer geruhsamen Nacht (mal wieder in einem Bett schlafen hat auch was!) packten wir morgens unsere Sachen zusammen und fuhren zum Frühstücken rüber in's Restaurant. Nach dem Auschecken und bei der Fahrtvorbereitung gab es zwei (eigentlich nicht wirklich) neue Erkenntnisse: Zum einen hatte ich die verbliebene Reststrecke bis nach Alessandria kürzer in Erinnerung (hatte etwa 180km im Kopf, real waren es etwa 100km mehr!) und zum anderen auch die Verlade/Abfahrtzeiten des Autozuges: Die Abfahrt war nämlich um 18:35 Uhr und nicht die Verladung. Somit mussten wir schon um kurz nach 16 Uhr vor Ort sein.
Da wir beim Frühstück von unseren belgischen Tischnachbarn aber auch erfahren hatten, dass die berühmten Dörfer des Chinque Terre per Fahrzeug eigentlich eh nicht wirklich zu erreichen sind beschlossen wir spontan, die Anreiseroute nach Alessandria etwas zu "glätten" und die Runde an besagten Dörfern vorbei zu streichen. Da wir nach Navi (ohne vorher abgesteckte Route) aber sicher über die Küstenstraße bis Genua geschickt würden, kramte ich die ADAC-Reisekarte der Region herraus und los ging es. Der grobe Straßenplan, der auf diesem ADAC-Faltblatt enthalten ist, stellte sich allerdings eher als Hindernis statt Hilfe heraus. Viele Straßen und Orte sind dort einfach nicht verzeichnet und so weiß man bei einer Weggabelung oder Kreuzung oft nicht, ob das jetzt die im Plan gekennzeichnete ist oder eine andere. Entsprechend verfuhren wir uns auch promt und bis wir das merkten (weil ja nicht alle Orte verzeichnet sind!) waren wir auch schon ein gutes Stück in die falsche Richtung gefahren. An dieser Stelle vertrauten wir dann doch lieber auf das Navi, welches uns dann auch über nette Strecken (solange das möglich war) leitet. Das lag auch wohl daran, dass wir von der vielbefahrenen Küstenstraße weit genug entfernt waren. Als eine böse Falle stellte sich dann aber noch der Stadtname Alessandria heraus, wohin uns das TomTom führen wollte... dieses hatte nämlich eine anderen im Sinn als wir. Zum Glück lag das angepeilte Alessandria wohl in einer "Flucht" zu unserem, denn als das Navi meinte, in 70km wären wir da, kamen wir schon am Stadtrand des "richtigen" Alessandrias an! Das hätte auch böse schief gehen können...
So kamen wir insgesamt auf knapp 200km Wegstrecke, trotz ordentlichem Verfahrer mittendrin! Kurz vor dem Verladeterminal kamen wir an einem Supermarkt vorbei, in dem wir uns noch genug Verpflegung für den Rest des Tages einkaufen konnten. Danach ging es zur Verladung, wir hatten noch genügend Zeit, somit stand erst einmal eine längere Pause an.
Bei der Verladung und der Blick in den dunklen Himmel Richtung Norden:
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Als die Maschinen verzurrt waren gingen wir zum Bahnsteig, wo unsere Wagen schon bereit standen. Lustigerwiese waren die einzelnen Abteile noch abgeschlossen, warum auch immer. Kurzerhand hatte Uwe seinen Leatherman als Notschlüssel am Start und wir konnten unsere Sachen ablegen und auch aus den Klamotten raus. Wir hatten (wie bei separater Buchung üblich) jeweils das 5. Bett in zwei Abteilen direkt nebeneinander. Im Laufe der Wartezeit füllten sich unsere Abteile dann auch bis auf den letzten Platz. Bei mir war ein älteres Paar an Bord, welches sich doch recht schnell einig war, dass es ihnen zu eng und auch zu öffentlich wurde, sie zogen daher spontan in eine 2er Kabine um (inkl. Nachzahlung vor Ort). Es gab nämlich durchaus noch freie Abteile, nur waren auch diese ebenfalls verschlossen und das sollte auch so sein... Wer den "billigen" 5-Bett-Tarif bucht, hat auch mit 4 weiteren Leutchen in einem Abteil zu pennen, egal ob nebenan 5 Betten frei bleiben oder nicht! Das bestätigte uns auch der Schaffner, dem diese Regelung ebenfalls nicht schmeckte. Bei meinen ersten Fahrten vor einigen Jahren war das noch anders, da konnten sich mehr oder minder alle im Laufe der Fahrt etwas "verteilen".
Egal, aus unserer 5er wurde ja dank des Auszugs eine 3er Belegung, so konnten wir auch Uwe noch rüber holen, so dass wir alle etwas mehr Platz hatten. Unser Abteil teilten wir uns mit zwei Moppedfahrern aus Trier, die in der Toscana und auf Elba unterwegs waren. Wir verstanden uns prima und hatten einen netten Abend. Die Fahrt führte uns dann noch am Lago Maggiore vorbei immer weiter in tiefe Alpentäler, in denen es zunehmend dunkler und regnerischer wurde. An der schweizer Grenze gab's dann noch eine etwas längere Pause, so konnten wir uns kurz vorm Pennen noch mal die Beine vetreten. Dort quatschten wir auch noch mit einigen Leutchen aus den Nachbarabteilen, 2 Mädels waren auf Sardinien und ebenfalls sehr begeistert. Mal merken für die Zukunft!
Die Tagestour: 209,96 km, Fahrzeit 3h31:31, Ø 60,53 km/h, die Route für GoogleEarth (KMZ).
Das Streckenprofil:

Die Bilder dieses Tages gibt es ab hier.
Sonntag, der 10.05.
Ankunft in Neu-Isenburg 5:43 Uhr! Da fragt man sich, wer sich sowas ausgedacht hat...! Der Grund liegt aber wohl dain, dass der Zug noch via Hildesheim weiter nach Hamburg fährt und die Bahn will wohl zum Tagesverkehr die Nachtzüge von den Gleisen haben. Naja gut, kann man eh nicht ändern. So langsam wurde es hell, während wir um 5 Uhr unser Frühstück bekamen. Draussen war es nicht wirklich trocken, aber zu mindest regnet es auch nicht. Danach wurde alles zusammen gepackt, sich angezogen und dann waren wir auch schon da.
Es dauert noch etwas, bis die Waggons mit den Fahrzeugen bereit standen und alles wieder entzurrt war. Nach dem Abladen packten wir zusammen und verabschiedeten uns von unseren Mitfahrern. Da wir zunächst einige km Autobahn vor uns hatten, um den Frankfurter Großraum zu umfahren, zogenn wir erstmal unsere Regensachen an. Spontan geht sowas auf der BAB immer schlecht.
Vor dem Abladen in Neu-Isenburg:


Die frühe Tageszeit hat auch seine Vorteile, besonders was den Verkehr rund um Frankfurt angeht, es ist nämlich noch schön leer auf den Straßen. Ein gutes Stück nördlich bei Bad Homburg verlassen wir die Schnellstraße und begeben uns in den Taunus. So langsam wurde auch das Wetter freundlicher.... zunächst zumindest! Die Straßen waren zwar noch leicht feucht, aber soweit alles OK. Nach weiteren km, nachdem wir den Bereich Hochtaunus verlassen hatten wurde es nebelig.... mal nur leicht, mal dichter. Diese trübe Brühe zog sich lange Zeit über unseren Weg. Erst im Sieger/Wittgensteiner-Land klarte es langsam wieder auf. Wir fuhren weiter quer durch's Sauerland und inzwischen hatte mein Federbein ziemlich aufgegeben. Selbst gut asphaltierte Straßen waren jetzt kein Vergnügen mehr, meine Fuhre wurde zunehmends unruhiger. Aber nun gut, die letzten km sollten auch damit zu überstehen sein.
Um die Mittagszeit fuhren wir dann durch Borchen und ich verabschiedete mich von Uwe, der schon zuhause angekommen war. Das letzte Stückchen fuhr ich dann flott über die A33 bis nach Hause. Später beim Entladen stellte ich dann noch fest, dass (wohl durch die Schläge wegen des defekten Federbeins) die Halterung des linken Schalldämpfers abgerissen war. Naja, etwas Schwund ist immer... zum Glück keine wilde Sache.
Die Tagestour: 355,47 km, Fahrzeit 4h34:52, Ø 78,52 km/h, die Route für GoogleEarth (KMZ).

Das Streckenprofil:

Was bleibt zu sagen? Korsika ist wirklich grandios! Es hat sich als das Eldorado herausgestellt, als welches es immer gepriesen wird. Wenn auch ab und an mit kleinen Abstrichen, wenn die Fahrbahn in schlechtem Zustand ist. Dann konzentriert man sich halt etwas mehr auf die Landschaft, kann ja auch mal nett sein.
Insgesamt habe ich 3738km abgerissen.
Ich kann mir wirklich gut vorstellen, noch einmal dorthin zu fahren. Dann aber vielleicht mit der Enduro, weil gerade die zahllosen kleinen Straßen im Landesinnere vom Süden extrem reizvoll waren und wir davon wirklich nur wenige gesehen hatten. Dann würde es sicher eine speziellere Tour werden, bei der man weniger km abreisst, dafür aber viele kleinen Sachen genauer betrachten würde.
... ENDE ...








